Wer erstattet mir die Kosten für die Pflegefreunde?

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Sobald man sich mit der ambulanten Pflege auseinandersetzt, kommt früher oder später die Frage auf, ob ich mir die Kosten für die Pflege erstatten lassen kann. Ja, das können Sie! Dies geschieht individuell je nach beanspruchten Leistungen und läuft über verschiedene Kostenträger. Lesen Sie hier, wer die Kostenträger sind und welche Kosten diese übernehmen.

Jeder Pflegebedürftige benötigt unterschiedliche Hilfen, somit ist auch die Kostenübernahme individuell. Es gibt verschiedene Kostenträger, die unterschiedliche Kosten übernehmen. Das ist die Pflegeversicherung, die Krankenversicherung und der Selbstzahler. Nehmen wir zum Beispiel die AOK. Die haben zwei Abteilungen. Eine Abteilung ist die Krankenversicherung, die die medizinische Pflege vollständig übernimmt und die andere Abteilung ist die Pflegeversicherung, welche die Kosten zum Teil je nach Pflegegrad übernimmt.

Die Kostenträger im Detail

In unserem Blog Artikel zur Körper- und Behandlungspflege haben wir bereits erläutert, welche Leistungen die Körper- und Behandlungspflege jeweils beinhalten. Hier gehen wir nun im Detail auf die einzelnen Kostenträger ein und zeigen auf, welche Kosten sie übernehmen.

Grundsätzlich trägt jeder Mensch in Deutschland die Kosten für Pflegeleistungen und Hauswirtschaft & Betreuung selbst. Ein Pflegegrad X reduziert diese Kosten. Können die darüberhinausgehenden Eigenanteile nicht selbst finanziert werden, dann kann ein Antrag beim Sozialamt gestellt werden.

Die Pflegeversicherung kommt für die Kosten der Körperpflege und Hauswirtschaft & Betreuung auf, wenn sich eine Person mindestens in Pflegegrad 2 befindet. Bis zu einem bestimmten Höchstbetrag werden die Kosten von der Pflegeversicherung übernommen. Man unterscheidet hier nochmal zwischen Kombinationsleistungen, die man erhält, wenn die Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst übernommen wird und einem Pflegegeld, welches man erhält, wenn man durch einen Angehörigen gepflegt wird. In der folgenden Tabelle werden die verschiedenen Leistungsansprüche aufgezeigt, die einer Person je nach Pflegegrad zustehen.

Stand 04/2021

Ab dem Pflegegrad 2 stehen einem somit Pflegesachleistungen und Pflegegeld zu. Lesen Sie hier mehr zu den Pflegegraden und ihrer Beantragung: Mit den Pflegefreunden zum optimalen Pflegegrad.

Die Krankenkasse übernimmt Leistungen der medizinischen Pflege. Die medizinische Pflege wird von einem Arzt verordnet und auch Personen ohne Pflegegrad können Leistungen der medizinischen Pflege erhalten. Die Kosten werden hier vollständig übernommen, bis auf eine kleine Zuzahlung, wie man es von den Rezepten her kennt.

Als Selbstzahler trägt man die Kosten, die über den Pflegegrad hinaus gehen, sowie Kosten der Komfortleistungen. Zu den Komfortleistungen zählt zum Beispiel der Schriftkram oder die Unterstützung des ambulanten Pflegedienstes bei der Beantragung des optimalen Pflegegrades.

Beispiel Herr Müller

Herr Müller ist pflegebedürftig und hat Pflegegrad 2. Ihm stehen Pflegesachleistungen von monatlich 689€ zu oder alternativ ein Pflegegeld von 316€ monatlich.

Die Pflegefreunde werden von Familie Müller beauftragt die häusliche Pflege bei Herrn Müller vollständig zu übernehmen.

Im März betrugen die Kosten insgesamt 889€. In der Abrechnung kann man ablesen, dass Familie Müller somit 200€ der Kosten als Eigenanteil tragen muss:

               889€Kosten gesamt
– 689€Pflegesachleistung Pflegegrad 2
           = 200€Eigenanteil der Familie Müller
Stand 04/2021

Fazit

Je nach Pflegegrad und erbrachten Leistungen setzten sich die Kosten und auch die Kostenträger bei der Kostenerstattung individuell zusammen. Man kann nicht pauschal sagen, wie viel Kosten für einen ambulanten Pflegedienst eingeplant werden müssen. Es ist ein sehr komplexes Thema, daher beraten wir Sie gerne persönlich und kostenlos. Sprechen Sie uns an!

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