Welche wichtige Rolle die Ernährung bei chronischen und schwer heilenden Wunden spielt, wird häufig unterschätzt. Sowohl bei der Prophylaxe als auch bei der Behandlung von chronischen Wunden, kann die richtige Ernährung eine Menge bewirken. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Sie Ihr Risiko für Wunden und Begleiterkrankungen reduzieren können.
Chronische und schwer heilende Wunden sind zum Beispiel Dekubitus (Druckgeschwüre), Ulcus Cruris (Offenes Bein), Wunden bei Diabetes mellitus oder Wunden aufgrund einer Krebserkrankung. Unsere Wundexperten ICW® versorgen nicht nur die Wunden unserer Patienten mit dem richtigen Verbandsmaterial. Sie stehen auch im ständigen Austausch mit behandelnden Ärzten und beraten unsere Patienten mit ihrem Fachwissen zur Ernährung sowie zu unterschiedlichen Herangehensweisen der Behandlung.
Warum spielt die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Wundheilung?
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Wundheilung und hält das Immunsystem fit. Proteine, Zink, Vitamin A und Vitamin C sowie ausreichend Kalorien werden zum Zellaufbau und für die Kollagensynthese benötigt. Um entzündlichen Prozessen entgegen wirken zu können, braucht der Körper Vitamine der B-Gruppe, Selen sowie Vitamin D. Besonders wichtig bei der Wundheilung sind Eiweiße und Proteine, da diese für die Bildung von Immunzellen gebraucht werden. Hat eine Person eine stark exsudierende Wunde, wie zum Beispiel bei Ulcus Cruris oder Tumoren, kann der Eiweißbedarf noch höher liegen.
Des Weiteren erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf bei nässenden Wunden, Entzündungen oder Fieber. Durch Tees und Suppen kann die Trinkmenge gefördert werden.
Was benötigt der Körper bei Wundheilungsstörungen?
Leidet eine Person an Wundheilungsstörungen muss auf die Zufuhr von Vitamin A, C und D geschaut werden. Zudem spielt Zink eine wichtige Rolle bei der Unterstützung des Immunsystems und der Neubildung von Proteinen. Es wirkt antibakteriell und antientzündlich und sollte daher testweise zusätzlich eingenommen werden.

Ernährung bei der Dekubitusprophylaxe
Mangelernährung kann die Heilung eines Dekubitus verzögern. Dabei sieht man einem Patienten einen Mangel nicht immer unbedingt an. Hier ist sinnvoll, sich zu diesem Thema beraten zu lassen. Generell dient eine angepasste Ernährung auch der Dekubitusprophylaxe bei gefährdeten Personen. Risikofaktoren, wie zum Beispiel einen schlechten Hautzustand, können Sie mit einer ausgewogenen Ernährung eingrenzen. Die Entstehung eines Dekubitus können Sie damit jedoch nicht verhindern.
Ernährungs-Check für zuhause
Sie möchten wissen, ob bei Ihnen oder bei Ihrem Angehörigen ein Risiko für eine Mangelernährung besteht? In der folgenden Broschüre haben wir einen Ernährungs-Check erstellt und geben dazu Tipps, wie Sie Ihr Risiko für Wunden und Begleiterkrankungen reduzieren können. Außerdem zeigt Ihnen das kleine Nährstoff-ABC auf, in welchen Lebensmitteln welche Nährstoffe enthalten sind. –> Broschüre Mangelernährung
Quelle: Der Einfluss von Ernährung auf die Wundheilung
Foto: Sputnik GmbH / Pflegefreunde
